Vergangene Woche kam in der Landessportschule Bad Blankenburg die ordentliche Mitgliederversammlung des Kreissportbundes (KSB) „Saale/Schwarza“ zusammen. Neben Rechenschaftsberichten ging es um die Entlastung des Vorstands sowie den Finanzplan 2025. Ehrengäste waren Herr Andreas Gloth-Pfaff, 3. Beigeordneter des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt und Uwe Höhn, Präsidiumsmitglied im Landessportbund Thüringens (LSB).
Den Bericht des Vorstandes gab KSB-Vorsitzender Frank Persike und erläuterte die Aktivitäten des Vorstandes in den zurückliegenden zwölf Monaten. Aktivitätsschwerpunkte lagen „im Ausbau der Basisarbeit zur weiteren Unterstützung der Vereine vor Ort, der Weiterqualifizierung der Seniorensportfeste, der Festigung der Zusammenarbeit mit der Kreissportjugend und den kommunalen Entscheidungsgremien sowie in der Stärkung der Partnerschaftsarbeit mit Trier-Saarburg und der Qualifizierung der Öffentlichkeitsarbeit.“
Den Reportteil rundeten der Finanzbericht durch Schatzmeisterin Marina Krämer-Waack sowie die Berichte der Kreissportjugend durch Daniel Böhm-Jostschulte und der Kassenprüfer durch Christopher Mielke ab. Mielke beendete seine Ausführungen mit einem Appell zur Erhöhung des Mitgliedsbeitrags ab spätestens 2027, um die dauernde Leistungsfähigkeit des KSB nicht zu gefährden.
Im Rahmen der Sitzung wurden zudem Sabine Liebmann (LAV Saale-Rennsteig e. V.) und Rita Schnack (Thüringer Gebirgs- und Wanderverein e. V. OG Rudolstadt) mit der KSB-Sport-Ehrenplakette ausgezeichnet.
Im Fokus der Diskussion stand jedoch der Skandal um einen sexuell konnotierten Chatverlauf in einem Mitgliedsverein. Aus dem Plenum heraus wurde eine klarere Haltung des KSB eingefordert. Dem Vorstand wurden zudem Versäumnisse nach Bekanntwerden der Vorfälle vorgeworfen. Speziell hätten Ratschläge, wie Vereine sich in der Sache verhalten sollen, gefehlt.
„Vorrangig aus der hiesigen Lokalpresse bekamen wir Kenntnis von einem Verdachtsfall aus 2024 unter dem Thema „Wenn ein Trainer eine Elfjährige sexuell begehrt – und das Kind als Verlierer dasteht“, welcher in der Presse vor drei Wochen öffentlich gemacht wurde. Dieser Fall war bis zur Staatsanwaltschaft Gera gelangt, diese entschied den Fall nicht zur Anklage zu bringen. Zitat: „Dem Beschuldigten konnte nicht mit Tatverdacht nachgewiesen werden, dass er den zielgerichteten Willen verfolgte, das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen.“ (Oberstaatsanwalt Thomas Riebel). Momentan sind der Kinderschutzbeauftragte des LSB Thüringen, der Sportverein selbst und der entsprechende Fachverband mit der Aufarbeitung des Falls beschäftigt. Der KSB ist und war zu keiner Zeit Beteiligter in diesem Verfahren. Wir haben das Thema in der letzten Vorstandssitzung am 18.08.2025 thematisiert.
Als Kreissportbund „Saale/Schwarza“ vertreten wir konsequent die Auffassung, dass durch alle Vereinsvertreter in unserem Einflussbereich die vorhandenen Jugendschutzprogramme beachtet und unter allen Umständen umgesetzt werden. Es ist zu kontrollieren, ob diese flächendeckend vorhanden und mit aktuellem Inhalt ausgestattet sind. Dazu ist es wichtig, dass alle Sportvereine entsprechende Schutzkonzepte erarbeiten und diese regelmäßig den Veränderungen anpassen. Es reicht nicht, Schutzmaßnahmen schwarz auf weiß zu haben, sie müssen im Sportverein kommuniziert, gelebt und bei Vorfällen sofort umgesetzt werden. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen hat höchste Priorität.
Ein bedenkenloses Sporttreiben und das Vertrauen in die Sportvereine sind Grundlage unserer Arbeit. Dafür setzen wir uns aktiv ein. Wir beraten Sportvereine und helfen bei der Erstellung entsprechender Konzepte. Weiterhin bieten der LSB Thüringen und wir, federführend durch die Kreissportjugend, Fortbildungen und Jugend-Sport-Stammtische an. Auch in unseren Ausbildungslehrgängen (Grundlagenlehrgang und Ausbildung zum DOSB- Übungsleiter Breitensport) nimmt der Kinder- und Jugendschutz einen breiten Raum ein. Im Verdachtsfall ist es wichtig, eine Dokumentation von Beginn an zu führen und Gespräche des Sportvereins mit allen Beteiligten unter Einbeziehung externer beratender Partner z. B. Kinderschutzbeauftragte des LSB, KSB, Sportfachverband und Landratsamt zu gewährleisten. Unsere klare und eindeutige Aussage ist, dass wir uns von jeglicher Form von Gewalt, insbesondere körperlicher, seelischer und sexueller Art und Ausprägung distanzieren.
Der KSB wird abwarten, welche konkreten Maßnahmen der LSB Thüringen, der entsprechende Fachverband und der betroffene Verein ergreifen, um dann eigene weitere Aktivitäten abzuleiten.